Publikationen - Rezensionen zu
Bildung und Migration - Echo Video


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Video "Das sind wir ... die 2. Generation". Selbstdarstellung von Mädchen aus EmigrantInnenfamilien. 24 Minuten, hg. vom Verein ECHO zur Unterstützung Jugendlicher, Wien 1997


Kurzbeschreibung des Inhalts:

Mädchen mit verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründen erzählen von sich. Komme ich nun aus Jugoslawien oder Ex-Jugoslawien? Bin ich Türkin, Österreicherin oder Türkin-Österreicherin, darf ich von mir (Mädchen, Sinti, in Wien groß geworden) als Halbzigeuner reden? Bin ich Ägypterin, weil meine Eltern aus Ägypten kommen?
Viele Fragen - viele Anregungen.
Ein sehr selbstbewusstes Mädchen führt durch den Steinbauerpark in Wien und präsentiert damit einen Teil ihrer Welt.
Ein Mädchen lebt bei der Schwester, lebt illegal in Wien, da sie zu spät versucht hat, ihren Aufenthalt zu legalisieren. Sie spricht perfekt Deutsch, hat einen positiven Handelsschulabschluss und will nicht in die Türkei abgeschoben werden. Sie sieht Österreich als ihre Heimat. Schwierigkeiten mit Eltern sind immer wieder Thema, manchmal werden die Eltern ausgetrickst, manche können überzeugt werden, dass die Freunde, mit denen die Mädchen unterwegs sind, okay sind.
Ein Mädchen erträgt die Gewalt in ihrer Familie nicht länger, reißt aus, kommt in ein Heim, wird vom Vater überredet wieder nach Hause zu kommen, der Kreislauf beginnt von neuem. Wenn sie dann gegen Ende des Videos aus einem Buch vorliest und darin das Vertrauen des Vaters eingefordert wird, glaubt frau zunächst, sie lese aus ihrer Biografie, aber nein, das Zitat ist aus einem Buch von ... (das lasse ich jetzt lieber offen).

Ich finde das Video sehr gelungen und denke, dass es in Schulklassen gut eingesetzt werden kann - als Blick in eine Welt von Mädchen mit Migrationshintergrund, als Anregung zu diskutieren, als Ermunterung selbst darüber nachzudenken, wie ich mich in so einem Video präsentieren würde.

Schön ist, dass zwar Problemlagen von Mädchen mit Migrationshintergrund dargestellt werden (und endlich mal nicht von Erwachsenen, sondern den Mädchen selbst), die Mädchen aber auch mit ihren Stärken (eine singt in einer Band, Mehrsprachigkeit,...) sichtbar sind.

Zur Rezensentin:
Mag.a Renate Tanzberger, Lehramtsstudium Mathematik und Geschichte, Mitarbeiterin und Obfrau des Vereins zur Erarbeitung feministischer Erziehungs- und Unterrichtsmodelle (EfEU).


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